Nur drei Profis bei Klopp: Woran hakt es beim BVB?

Bild: Stuart Franklin/Getty Images
Ausgerechnet Borussia Dortmund stellt in Jürgen Klopps erstem DFB-Kader nur drei Spieler. Was sind die Gründe?
Nico Schlotterbeck, Felix Nmecha und Waldemar Anton vertreten Borussia Dortmund bei den anstehenden Nations-League-Spielen. Zum Vergleich: VfB Stuttgart und der SC Freiburg schicken mit jeweils vier Profis sogar mehr Spieler zur Nationalmannschaft, obwohl beide Klubs sportlich hinter dem BVB rangieren.
Beier bleibt außen vor
Besonders auffällig ist das Fehlen von Maximilian Beier, der noch bei der WM zum deutschen Aufgebot gehörte. Ein möglicher Grund dafür könnte in seiner unklaren Rolle bei Borussia Dortmund liegen.
Unter Trainer Niko Kovac wird Beier je nach Spiel auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt, mal als Stürmer, mal auf dem Flügel oder gar in der Abwehr, was ihm offenbar die für eine Nominierung nötige Konstanz erschwert.
Auch Emre Can, der als etablierter Nationalspieler theoretisch eine weitere Option gewesen wäre, fällt immer wieder verletzt aus. Über diese beiden Namen hinaus hat der BVB aktuell schlicht keine weiteren ernsthaften Kandidaten für den DFB-Kader in der Hinterhand.
Hat sich der BVB selbst im Weg gestanden?
Drei Nominierte wirken auf den ersten Blick nicht wenig, für einen Klub mit dem Anspruch von Borussia Dortmund aber durchaus überschaubar. Die Vermutung liegt nahe, dass der BVB sich mit seiner Kaderpolitik der vergangenen Jahre ein Stück weit selbst im Weg steht, wenn Schlüsselspieler wie Beier positionell nicht klar definiert sind und die Nachwuchsreihen keine unmittelbaren Nachrücker liefern.
Der Vergleich mit Stuttgart tut dabei zusätzlich weh. Der VfB gilt traditionell als eine der besten deutschen Nachwuchsschmieden und liefert nun mit Josha Vagnoman, Chris Führich, Finn Jeltsch und Maximilian Mittelstädt gleich vier Nationalspieler.
Braucht Dortmund einen echten Nationalmannschaftsblock?
Andere Topklubs wie Bayern München oder auch Eintracht Frankfurt, das inzwischen ebenfalls drei DFB-Profis stellt, zeigen, dass ein stabiler Unterbau an potenziellen Nationalspielern durchaus möglich ist. Ob es beim BVB tatsächlich an der Jugendarbeit hakt oder eher an fehlender Klarheit in der individuellen Förderung einzelner Spieler liegt, lässt sich pauschal schwer beantworten.
Fest steht aber: Als zweitgrößter Verein der Bundesliga würde man sich in Dortmund langfristig einen breiteren Nationalmannschaftsblock wünschen, wie ihn Bayern seit Jahren hat. Die kommenden Länderspiele dürften zumindest zeigen, ob Schlotterbeck, Nmecha und Anton diesen schmalen BVB-Fußabdruck bei Klopp mit Leistung wettmachen können.