Wie in der Messi-Ära: Barças Gehaltskosten explodieren erneut

Bild: Fran Santiago/Getty Images
Barça plant Gehaltskosten von 636 Millionen Euro. Dieselbe Summe wurde in der Messi-Ära zum Problem – heute fällt sie weniger ins Gewicht.
Der FC Barcelona gibt für seine Mannschaft bald wieder so viel Geld aus wie zu Zeiten von Lionel Messi. Für die laufende Saison kalkulieren die Katalanen mit einer sportlichen Gehaltsmasse von 636 Millionen Euro. Exakt denselben Wert erreichte Barça bereits in der Saison 2019/20. Die finanzielle Belastung für den Klub ist heute allerdings wesentlich geringer.
Barça investiert in seine junge Mannschaft
Der entscheidende Unterschied liegt bei den Einnahmen. „Wir werden mehr oder weniger die gleiche Gehaltsmasse wie 2019/20 haben, aber damals waren es 74 Prozent der Einnahmen und jetzt wären es 53 Prozent“, erklärte Finanzvize Ferran Olivé laut der AS. Barcelona kann sich die hohen Ausgaben demnach deutlich besser leisten als noch vor einigen Jahren. Dennoch wachsen die Gehaltskosten wieder spürbar.
Der Anstieg ist von den Verantwortlichen zumindest teilweise eingeplant. „Bei den sportlichen Gehältern gibt es einen Anstieg, aber entsprechend den Einnahmen“, erklärte Olivé. Barça verfüge über viele junge Spieler, deren Verträge verlängert und an ihre sportliche Bedeutung angepasst werden müssten. Der Verein möchte verhindern, dass wichtige Leistungsträger aufgrund niedriger Gehälter für andere Klubs interessant werden.
Sportdirektor Deco kündigte bereits neue Verträge für Raphinha, Marc Bernal und Xavi Espart an. Mit den Verlängerungen dürften auch bessere finanzielle Konditionen verbunden sein. Gleichzeitig haben die sportlichen Erfolge und steigende Einnahmen den Handlungsspielraum des Klubs vergrößert. Barcelona kann deshalb mehr in seinen Kader investieren, ohne erneut die kritischen Werte der Vergangenheit zu erreichen.
Gehaltskosten verschlangen zeitweise fast alle Einnahmen
Wie angespannt die Situation zwischenzeitlich war, zeigt die Saison 2020/21. Nach dem pandemiebedingten Einbruch der Einnahmen entsprach die Gehaltsmasse laut AS sogar 98 Prozent des gesamten Umsatzes. Für andere Ausgaben blieb dem Klub damit kaum noch Spielraum. Die damalige Schieflage gehörte zu den zentralen Gründen für Barcelonas anschließenden Sparkurs.
Völlig risikofrei ist die aktuelle Entwicklung trotzdem nicht. Die Gehaltskosten steigen wieder deutlich und setzen voraus, dass auch die Einnahmen wie geplant wachsen. Barça rechnet dabei vor allem mit höheren Erlösen durch das vollständig nutzbare Spotify Camp Nou und zusätzliche kommerzielle Einnahmen. Die 636 Millionen Euro erinnern damit zwar an die Messi-Ära – wirtschaftlich steht hinter der identischen Summe heute jedoch eine andere Ausgangslage.