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„Macht doch euren Scheiß allein!“: Watzke dachte an BVB-Rückzug

Bild: Leon Kügeler/Getty Images

Hans-Joachim Watzke stand kurz davor, seine Kandidatur als BVB-Präsident zurückzuziehen. Nun spricht er über sein schwerstes Jahr.

Hans-Joachim Watzke hat in mehr als zwei Jahrzehnten beim BVB einiges erlebt. Finanznot, sportliche Rückschläge und das Attentat auf den Mannschaftsbus brachten den langjährigen Geschäftsführer an seine Grenzen. Ausgerechnet die Wahl zum Vereinspräsidenten ließ ihn jedoch beinahe alles hinschmeißen. In einem Gespräch mit Sky-Moderator Riccardo Basile berichtet Watzke bemerkenswert offen von den Vorgängen rund um die Mitgliederversammlung im November 2025. Wie die Bild vorab schreibt, sollen sich Teile des Klubs gegen seine Kandidatur gestellt haben.

Watzke berichtet von Intrigen beim BVB

Watzke bezeichnete die Monate vor seiner Wahl als das schwerste Jahr seiner gesamten Dortmunder Amtszeit. Bestimmte Personen hätten verhindern wollen, dass er Präsident werde. Nach 20 Jahren beim BVB habe ihn dieser Widerstand persönlich getroffen.

Zugleich wehrte sich der 67-Jährige offenbar gegen den Eindruck, den Verein über Jahre allein beherrscht zu haben: „Ich war nie ein Diktator.“ Unmittelbar vor seinem Auftritt bei der Mitgliederversammlung erreichte seine Enttäuschung schließlich den Höhepunkt.

Zwischen dem Backstagebereich und dem Weg zur Bühne dachte Watzke nach eigener Aussage ernsthaft darüber nach, seine Kandidatur zurückzuziehen. In ihm habe alles danach gerufen: „Macht doch euren Scheiß allein!“

Verantwortung verhindert Watzkes Rückzug

Erst auf den letzten Metern zum Rednerpult entschied sich Watzke gegen den Rückzug. „Der Grad der Empörung ist dann mit jedem Meter dem Grad der Verantwortung gewichen“, beschrieb der BVB-Präsident seinen inneren Sinneswandel.

Das Ergebnis fiel dennoch ernüchternd aus. Obwohl Watzke keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt er lediglich 59 Prozent der Stimmen. Die offizielle Mitteilung von Borussia Dortmund sprach anschließend von seiner Wahl zum 19. Präsidenten der Vereinsgeschichte.

Damals kündigte Watzke an, ein „Präsident für alle“ sein zu wollen. Seine neuen Aussagen zeigen jedoch, wie tief die Auseinandersetzungen rund um die Wahl tatsächlich saßen – und wie nah der BVB an einem überraschenden Rückzug seines langjährigen Bosses war.

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