„Willkommen im Leben“: Thioune mit Klartext-Appell an Werder-Kritiker

Bild: Daniela Porcelli/Getty Images
Bei Werder Bremen herrscht bereits nach dem ersten Bundesliga-Spiel Unruhe. Die deutliche 1:4-Niederlage beim SC Freiburg, die langfristigen Ausfälle von Jens Stage und Justin Njinmah sowie die spät abgeschlossene Kaderplanung haben die kritische Stimmung rund um den Verein verstärkt.
Vor dem ersten Heimspiel der Saison gegen RB Leipzig stellte sich Daniel Thioune schützend vor seine Mannschaft. Der Trainer weiß, dass Werder schnell Ergebnisse benötigt. Gleichzeitig hält er vorschnelle Urteile über den veränderten Kader für unangebracht.
Thioune fordert faire Chance für Werder
„Geben Sie mir und der Mannschaft die Chance, es allen zu zeigen“, appellierte Thioune auf der Pressekonferenz an Fans und Medien. Der 52-Jährige kann die aktuelle Skepsis nach dem schwachen Saisonstart nachvollziehen, möchte sie jedoch möglichst schnell mit besseren Leistungen widerlegen.
Auch die Transferpolitik sorgte zuletzt für Diskussionen. Mit Arthur, Moussa Ndiaye und Youri Regeer kamen drei Spieler erst kurz vor Ablauf der Transferfrist nach Bremen. Alle drei wurden zunächst ausgeliehen. Gleichzeitig verließen weitere Akteure den Verein.
Thioune räumte ein, dass eine frühere Zusammenstellung des Kaders hilfreicher gewesen wäre. Dennoch sieht er in den jungen Neuzugängen ausreichend Qualität und Entwicklungspotenzial. Die Mannschaft sei aus seiner Sicht ausgewogen genug, um die gesteckten Saisonziele zu erreichen.
Werder muss schwierige Realität annehmen
Dass Werder auf dem Transfermarkt nicht frei handeln konnte, führt Thioune auch auf die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Vereins zurück. Nach einer schwierigen Vorsaison könne Werder nicht wie ein etablierter Spitzenklub auftreten.
Der Trainer macht deshalb deutlich, dass er die vorhandenen Bedingungen annimmt – auch wenn er sich manche Entwicklung anders gewünscht hätte. Seine Einschätzung fasste Thioune laut Welt gewohnt direkt zusammen: „Das ist kein Wunschkonzert. Willkommen im Leben!“
Gegen Leipzig bietet sich Werder nun die erste Gelegenheit, die schlechte Stimmung zu drehen. Nach dem Fehlstart in Freiburg steht dabei nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt. Thioune erwartet von seiner Mannschaft auch eine Reaktion, die zeigt, dass sie bereit ist, die schwierige Situation gemeinsam anzunehmen.