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Wie miserabel werden Deutschlands Topfußballer beraten?

Bild: Stu Forster/Getty Images

Die Karriereplanung vieler deutscher Topstars wirft Fragen auf. Teilweise kann man nur fassungslos den Kopf schütteln. Immerhin: Die finanziellen Bedingungen stimmen meist bei den Spielern.

Viele Fans und Beobachter waren fast schockiert, als sie erfuhren, dass Nick Woltemade nun auf Leihbasis für den Europa-League-Teilnehmer Juventus Turin spielt. Sein Stammverein Newcastle United kann den 24 Jahre alten Stürmer, der 2025 stolze 75 Millionen Euro Ablöse kostete, vorerst nicht mehr gebrauchen, obwohl dort mit Matthias Jaissle ein deutscher Trainer das Kommando übernommen hat.

Wie tief ist Woltemade gefallen?

Wie tief ist also Woltemade sportlich gefallen, der vor etwas mehr als einem Jahr mit dem VfB Stuttgart DFB-Pokalsieger wurde und vom FC Bayern umworben war? Woltemade ist ein trauriges Beispiel dafür, dass ein junger Spieler aufgrund einer erfolgreichen Bundesliga-Saison – mehr war es tatsächlich noch nicht in seiner Karriere – überbewertet wird.

Gerade in diesen entscheidenden Momenten sind die jeweiligen Spielerberater gefragt. Der Berater von Woltemade hat seinen Job sicherlich nicht auf Topniveau ausgeführt, doch er ist nicht der Einzige in der Branche. Deutsche Topstars werden derzeit reihenweise in die falsche Richtung gelenkt, manchmal auch von den Eltern.

Wirtz kommt auf falscher Position zum Einsatz

Deutschlands Superstar Florian Wirtz hat sich mit seinem Vater, der als Berater fungiert, offenbar schwer verschätzt. Wie Woltemade hatte Wirtz 2025 die Chance, zum FC Bayern zu gehen. Doch er ließ sich durch falsche Versprechungen zum FC Liverpool locken. Dort kam er in der ersten Saison überhaupt nicht zurecht, weil er nicht im Zentrum, sondern auf dem linken Flügel spielen musste. In der Folge zeigte er auch eine schwache WM 2026. Im Vergleich zu Woltemade will Wirtz nicht aus der Premier League fliehen. Mit neuem Trainer in Liverpool (Andoni Iraola) und seiner neuen, alten Position im Zentrum soll es wieder aufwärts gehen.

Unfassbar ist auch die Geschichte von Torwart Noah Atubolu, der jetzt eigentlich um die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft kämpfen sollte. Er gab dem SC Freiburg frühzeitig das Zeichen, den Verein zu verlassen. Seine neue Berateragentur zeigte ihm Optionen im Ausland auf, doch es kam kein Deal zustande. Letztendlich trennte sich Atubolu schnell wieder von seinen Beratern, um im letzten Moment einen Leihdeal mit Eintracht Frankfurt einzufädeln. Allerdings spielt die SGE anders als Freiburg nicht im Europapokal. Es geht für ihn ein Jahr Entwicklung auf Topniveau verloren.

Füllkrug fällt sportlich tief

Als schlimm ist auch die Situation von Niclas Füllkrug zu bewerten. Vor zwei Jahren war er eine feste Größe in der deutschen Nationalmannschaft, dann wechselte er überraschend von Borussia Dortmund zu West Ham United. Ein absoluter Alptraum, denn für Füllkrug funktionierte dort wenig. Es folgte eine Leihstation bei der AC Mailand, wo Füllkrug in 20 Einsätzen in der Serie A nur ein Tor erzielte. Nun ist Füllkrug zu Werder Bremen zurückgekehrt, einem aktuellen Abstiegskandidaten in der Bundesliga…

Für viel Aufsehen sorgte im Sommer auch das Transfer-Hickhack um Said El Mala. Der Kölner Angreifer hätte in die Premier League wechseln können, in der Bundesliga buhlten Borussia Dortmund und RB Leipzig um ihn. Einen Wechsel nach England blockierten die Eltern, die auch als Berater fungierten. Dann konnte sich Köln mit Dortmund nicht auf eine Ablösesumme einigen. Letztendlich entschied sich El Malad, in Köln zu bleiben. Dadurch verliert er ein Jahr Entwicklung in der Champions League.

Was man aber für nahezu alle Spieler festhalten kann, selbst wenn die Karriere sportlich ins Stocken geraten ist: Selbst wenn sie sich verwechseln, sie haben gutes Geld verdient.

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