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„Fußballmafia“: Protestwelle erreicht Bundesliga – Fans rechnen mit DFB-Bossen ab

Bild: Alex Grimm/Getty Images

Der Streit um die stockende Regionalliga-Reform ist jetzt auch deutlich in der Bundesliga angekommen.

Zum Saisonstart machten mehrere Fanszenen ihrem Ärger über den DFB und die Regionalverbände Luft. Besonders deutlich fiel der Protest beim Spiel zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart aus. Auch bei Union Berlin richteten sich Spruchbänder gegen den bisherigen Umgang mit der geplanten Reform.

Bayern-Fans mit deutlicher Botschaft an den DFB

Wie nun berichtet, hing vor der Münchner Südkurve beim 5:1 gegen Stuttgart ein großes Banner mit der Aufschrift: „DFB + Regionalverbände = Fußballmafia“. Daneben richteten sich mehrere Spruchbänder gezielt gegen Christoph Kern, den Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes. Die Bayern-Fans kritisierten dabei vor allem den Widerstand gegen eine schnelle Umsetzung der geplanten Reform.

Auch andernorts wächst der Unmut. Beim Spiel zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt zeigten die Berliner Anhänger ein Banner mit der Botschaft: „Aufstiegsreform? Vereine und Fans betrogen! Eure Zeit ist um“. Ähnliche Aktionen gab es zuletzt auch in der 2. Liga und den Regionalligen. Dort wurden teilweise sämtliche Präsidenten der fünf zuständigen Regionalverbände namentlich kritisiert.

Darum sorgt die Regionalliga-Reform für Streit

Im Mittelpunkt steht die weiterhin ungelöste Aufstiegsfrage zur 3. Liga. Aktuell gibt es fünf Regionalligen, aber lediglich vier Aufstiegsplätze. Dadurch kann nicht jeder Meister automatisch aufsteigen. Eine Arbeitsgruppe des DFB sprach sich deshalb einstimmig für eine Reduzierung auf vier Regionalliga-Staffeln aus. Dadurch könnten künftig alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen.

Zur Diskussion stehen zwei Modelle. Beim sogenannten Kompassmodell würden die Vereine unabhängig von Verbandsgrenzen anhand möglichst kurzer Fahrtstrecken auf vier Staffeln verteilt. Alternativ sieht das Regionenmodell vor, aus den bisherigen Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln zu bilden, während West und Südwest bestehen bleiben.

Eine endgültige Lösung gibt es bislang nicht. Genau dieser Stillstand sorgt bei immer mehr Fanszenen für Ärger – und der Protest ist inzwischen auf den Bundesliga-Rängen angekommen.

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