Drei Kreativspieler fehlen: Kompany muss Offensive umbauen

Bild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
Der FC Bayern kämpft gegen Borussia Dortmund um den ersten Titel der neuen Saison. Gerade im offensiven Zentrum muss Vincent Kompany jedoch improvisieren. Mit Jamal Musiala, Serge Gnabry und Lennart Karl fehlen gleich drei Spieler, die zwischen Mittelfeld und Angriff für Ideen sorgen können.
Beim Franz-Beckenbauer-Supercup am Samstagabend wartet damit nicht nur der erste Härtetest auf die Münchner. Die Partie dürfte zugleich zeigen, wie gut der Rekordmeister Ausfälle auf seinen kreativen Positionen inzwischen auffangen kann.
Drei unterschiedliche Lösungen fallen aus
Musiala ist mit seinen Dribblings und seiner engen Ballführung normalerweise der Spieler, der kompakte Abwehrreihen aus ihrer Ordnung bringen kann. Gnabry kann zentral hinter Harry Kane spielen, bietet zugleich aber auch Tiefenläufe und Torgefahr. Karl bringt wiederum eine andere Komponente mit. Der 18-Jährige kann sich zwischen den Linien bewegen, Angriffe beschleunigen und mit seinem linken Fuß selbst zum Abschluss kommen. Gegen Dortmund muss Kompany ohne alle drei Profile auskommen, wie der FC Bayern in seinem Vorbericht bestätigte.
Michael Olise dürfte deshalb noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Der Franzose kann von der rechten Seite ins Zentrum ziehen und dort als Spielmacher auftreten. Allerdings würde Bayern damit einen Teil seiner Gefahr über den Flügel verlieren. Auch Harry Kane kann sich fallen lassen und den Spielaufbau unterstützen. Entfernt sich der Mittelstürmer jedoch zu häufig aus dem Strafraum, fehlt dort wiederum der wichtigste Abnehmer. Auch Harry Kane kann sich fallen lassen und den Spielaufbau unterstützen. Entfernt sich der Mittelstürmer jedoch zu häufig aus dem Strafraum, fehlt dort wiederum der wichtigste Abnehmer.
Saibari könnte sofort gefragt sein
Eine zentrale Rolle könnte deshalb Ismael Saibari übernehmen. Der Neuzugang wurde auch verpflichtet, um Bayern auf mehreren offensiven Positionen mehr Möglichkeiten zu geben. Bei der PSV Eindhoven spielte er als Achter, Zehner, im Halbraum und auf dem Flügel.
Dabei überzeugte der Marokkaner nicht nur als Vorbereiter. In der vergangenen Eredivisie-Saison erzielte er in 27 Ligaspielen 15 Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Nach Einschätzung des FC Bayern liegen seine Stärken vor allem in seiner Dynamik, seinen Läufen in den Strafraum und seiner Zielstrebigkeit im Abschluss.
Saibari könnte gegen Dortmund hinter Kane beginnen oder aus einer etwas tieferen Position in die gefährlichen Räume vorstoßen. Denkbar wäre zudem, dass Joshua Kimmich den Aufbau übernimmt, während Olise und Luis Díaz verstärkt ins Zentrum einrücken.
Kompanys Kaderbreite direkt geprüft
Für Kompany besteht die Herausforderung darin, die kreative Verantwortung auf mehrere Spieler zu verteilen. Ein direkter Ersatz für Musiala befindet sich nicht im Kader. Bayern muss dessen Aufgaben deshalb aufteilen und seine Offensive anders strukturieren.
Gelingt das gegen Dortmund, hätte der Rekordmeister früh den Nachweis erbracht, auch ohne mehrere seiner wichtigsten Kreativspieler gefährlich bleiben zu können. Sollten die Münchner dagegen kaum Lösungen zwischen den gegnerischen Linien finden, würde Bayerns Abhängigkeit von Musiala bereits zum Saisonstart deutlich sichtbar werden.