Prömels emotionale Rückkehr: Freunde stehen in der Cannstatter Kurve

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Grischa Prömel hat mit seinem Wechsel zum VfB Stuttgart einen Kindheitstraum verwirklicht. Die Teilnahme an der Champions League spielte dabei nur eine Nebenrolle. Als die Anfrage aus seiner Heimat kam, stand die Entscheidung des 31-Jährigen schnell fest.
Prömel wurde in Bad Cannstatt geboren, wuchs in Esslingen auf und erlebte als Jugendlicher die Stuttgarter Meisterschaft 2007 im Stadion. Auch zahlreiche Freunde des Mittelfeldspielers sind Anhänger des VfB und stehen regelmäßig in der Cannstatter Kurve. „Wenn es dann einer aus dem Freundeskreis schafft, für den VfB aufzulaufen, dann geht schon jedem das Herz auf“, erklärte Prömel im Gespräch mit SPORT1.
VfB-Anfrage änderte Prömels Plan
Grundsätzlich hätte sich der ehemalige Hoffenheimer auch einen Verbleib bei der TSG vorstellen können. Prömel führte nach eigener Aussage gute Gespräche mit Geschäftsführer Andreas Schicker und Trainer Christian Ilzer. Mit dem Interesse aus Stuttgart veränderte sich die Situation jedoch grundlegend.
Dem Mittelfeldspieler wurde bewusst, dass sich die Gelegenheit, für seinen Heimatverein aufzulaufen, möglicherweise nicht noch einmal ergeben würde. Mit 31 Jahren sei deshalb der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt gekommen.
Die Aussicht auf die Champions League war nach Aussage Prömels nicht ausschlaggebend. Zwar bezeichnete er den Wettbewerb als das Größte auf Vereinsebene, der Wechsel wäre aber auch unabhängig davon für ihn interessant gewesen. Entscheidend seien die Entwicklung des VfB und die Gelegenheit gewesen, künftig selbst an diesem Weg mitzuwirken.
Prömel wehrt sich gegen Undankbarkeitsvorwurf
Die Kritik, er habe Hoffenheim nach der Unterstützung während seines Kreuzbandrisses zu früh verlassen, weist Prömel zurück. Der 31-Jährige war 2022 ablösefrei zur TSG gewechselt und schloss sich nach Ablauf seines vierjährigen Vertrags ebenfalls ohne Ablöse dem VfB an.
Für die Begleitung während seiner langen Verletzungspause sei er den Verantwortlichen weiterhin dankbar. Die Zeit in Hoffenheim habe ihn körperlich und persönlich gestärkt. Daraus entstand die Überzeugung, noch mehrere gute Jahre vor sich zu haben.
In Stuttgart will Prömel nun sportlich Verantwortung übernehmen und seine Erfahrung an die zahlreichen jungen Spieler weitergeben. In der Kabine scheint er jedenfalls bereits angekommen zu sein: Deniz Undav begrüße ihn jeden Morgen mit einem neuen Spruch über seinen 20 Jahre alten Ford Fiesta.