Umbau hinter den Kulissen: Bayern tauscht offenbar den Chefscout

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Beim FC Bayern steht offenbar die nächste Veränderung in der sportlichen Führung bevor. Chefscout Nils Schmadtke soll den Verein verlassen und durch Christopher Vivell ersetzt werden. Besonders brisant: Die Trennung soll Max Eberl persönlich vorgegeben worden sein.
Nach Informationen der tz wird Schmadtke innerhalb der Münchner Führungsetage zunehmend kritisch gesehen. Sein Führungsstil soll intern nicht überall gut angekommen sein. Zudem hätten während seiner Amtszeit mehrere Scouts den Verein verlassen, wie SPOX berichtet.
Trennung soll mit Eberls Verlängerung zusammenhängen
Schmadtke arbeitet seit 2024 als Chefscout für den deutschen Rekordmeister und gilt als enger Vertrauter des Sportvorstands. Beide kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Borussia Mönchengladbach. Dort war Schmadtke zwischen 2019 und 2020 als Scout tätig, während Eberl die sportliche Verantwortung trug.
Auch Schmadtkes Wechsel nach München soll maßgeblich auf Eberl zurückzuführen sein. Dennoch sei dem 52-Jährigen nun persönlich mitgeteilt worden, dass er sich von seinem Vertrauten trennen müsse. Die Entscheidung soll sogar eine Bedingung für Eberls bevorstehende Vertragsverlängerung gewesen sein. Sein aktueller Kontrakt läuft noch bis 2027.
Damit würde innerhalb kurzer Zeit bereits der zweite enge Mitarbeiter Eberls gehen. Erst vor wenigen Monaten trennte sich Bayern von Markus Weinzierl, den Eberl als Sportlichen Leiter am Campus installiert hatte.
Vivell soll das Bayern-Scouting übernehmen
Als Nachfolger für Schmadtke ist offenbar Christopher Vivell vorgesehen. Der 39-Jährige arbeitete bereits in verantwortlichen Positionen bei RB Leipzig und Chelsea. Aktuell ist er als Chefscout von Manchester United tätig und steht dort noch bis 2027 unter Vertrag.
Vivells möglicher Wechsel erhält durch die interne Konstellation zusätzliche Bedeutung. Während er Leipzig kurz vor Eberls Amtsantritt verließ, arbeitete er zuvor bei RB Salzburg mit Christoph Freund zusammen. Der heutige Bayern-Sportdirektor kennt den potenziellen neuen Chefscout somit bereits.
Zuletzt war mehrfach über Spannungen zwischen Eberl und Freund berichtet worden. Ob die geplante Neubesetzung des Scoutings damit unmittelbar zusammenhängt, bleibt offen. Sie würde die Kräfteverhältnisse in der sportlichen Führung jedoch verändern: Ein enger Eberl-Vertrauter müsste gehen, während ein ehemaliger Weggefährte Freunds übernehmen könnte.