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Niersbach warnt: Infantino ist noch lange nicht am Ende

Bild: Thomas Lohnes/Bongarts/Getty Images

Gianni Infantino steht nach dem gescheiterten Investorenprojekt der FIFA massiv unter Druck. Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hält einen baldigen Sturz des Weltverbandschefs dennoch keineswegs für ausgemacht.

Zahlreiche Verbände haben sich von Infantino distanziert, innerhalb Europas wurden sogar Rücktrittsforderungen laut. Nach Einschätzung Niersbachs wäre es jedoch verfrüht, den 56-Jährigen bereits abzuschreiben. „Ein Abgesang auf Infantino ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfrüht“, erklärte der ehemalige DFB-Chef gegenüber t-online.

Europas Widerstand reicht nicht aus

Der Grund liegt in den Machtverhältnissen innerhalb der FIFA. Über den Präsidenten entscheiden die 211 Mitgliedsverbände. Europa stellt davon lediglich 55 und kann einen Wechsel an der Spitze deshalb nicht aus eigener Kraft herbeiführen.

Infantino verfügt weiterhin über Rückhalt in anderen Teilen der Fußballwelt. Insbesondere aus Afrika und Südamerika erhielt der FIFA-Präsident zuletzt Unterstützung. Solange sich keine breite Allianz über mehrere Kontinente hinweg gegen ihn bildet, bleibt seine Machtbasis beträchtlich.

Die heftige Kritik aus Europa bedeutet daher nicht automatisch, dass auch die Mehrheit des FIFA-Kongresses einen Wechsel befürwortet. Aus Sicht Niersbachs wird die aktuelle Debatte zu stark aus einer europäischen Perspektive geführt.

Infantino braucht einen ernsthaften Gegenkandidaten

Entscheidend dürfte zudem sein, ob ein glaubwürdiger Herausforderer gefunden wird. Infantino möchte sich im März 2027 erneut zum FIFA-Präsidenten wählen lassen. Mögliche Gegenkandidaten müssen ihre Bewerbung bis zum 18. November einreichen.

Bislang gibt es vor allem Spekulationen über potenzielle Herausforderer. Ohne einen Kandidaten, der auch außerhalb Europas Stimmen gewinnen kann, dürfte der Widerstand gegen Infantino jedoch folgenlos bleiben.

Die gescheiterten Pläne, Teile des WM-Geschäfts für private Investoren zu öffnen, haben dem FIFA-Chef erheblich geschadet. Sie haben aber noch nicht zwangsläufig seine Abwahl eingeleitet. Niersbachs Botschaft ist deshalb eindeutig: Infantinos Position ist geschwächt – seine Macht innerhalb des Weltverbands sollte trotzdem nicht unterschätzt werden.

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