InternationalWM 2026

Nächster Schachzug von Infantino? Mexiko soll zur CONMEBOL wechseln

Bild: David Ramos/Getty Images

Mexikos überraschende Unterstützung für Gianni Infantino könnte einen brisanten Hintergrund haben.

Nach Informationen eines mexikanischen Journalisten soll der FIFA-Präsident dem Verband Hilfe bei einem Wechsel von der nordamerikanischen CONCACAF zur südamerikanischen CONMEBOL versprochen haben.

Zuletzt hatte sich Mexiko öffentlich hinter Infantino gestellt und damit gegen die Linie des eigenen Kontinentalverbandes positioniert. Die CONCACAF zählt gemeinsam mit der UEFA und dem asiatischen Verband AFC zu den schärfsten Kritikern des FIFA-Präsidenten. Die drei Verbände werfen Infantino nach dessen gescheiterten Plänen für einen Verkauf von Anteilen an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaft unter anderem Täuschung und einen schweren Vertrauensbruch vor. Mexikos Fußballverband FMF sprach sich dagegen ausdrücklich für Infantinos weitere Führung aus.

Journalist berichtet von Infantino-Versprechen

Der mexikanische Journalist Martín del Palacio liefert nun eine mögliche Erklärung für diesen Alleingang. Nach seinen Informationen hat Infantino Mexiko Unterstützung bei einem Austritt aus der CONCACAF und einem anschließenden Beitritt zur CONMEBOL zugesichert. Das Versprechen soll allerdings an eine entscheidende Bedingung geknüpft sein: Infantino müsse über die bevorstehende FIFA-Präsidentschaftswahl hinaus im Amt bleiben. Del Palacio bezeichnete die Information auf X als exklusiv.

Der Journalist berichtete zudem von einem inzwischen schwer belasteten Verhältnis zwischen dem mexikanischen Verband und der CONCACAF. Die Beziehungen seien derart zerrüttet, dass Vertreter beider Seiten schon seit längerer Zeit kaum noch miteinander an einem Tisch sitzen könnten. Eine offizielle Bestätigung für die angebliche Zusage Infantinos liegt bislang nicht vor. Weder die FIFA noch Mexikos Verband oder die CONMEBOL haben einen geplanten Wechsel öffentlich verkündet.

WM mit 64 Mannschaften könnte Risiko senken

Ein zusätzliches Argument für den Schritt könnte nach Einschätzung Del Palacios die mögliche Erweiterung der Weltmeisterschaft auf 64 Teilnehmer sein. Dadurch würde für Mexiko das Risiko deutlich sinken, in der anspruchsvolleren südamerikanischen Qualifikation an einer WM-Teilnahme zu scheitern. Infantino hatte zuletzt bestätigt, dass eine weitere Vergrößerung des Teilnehmerfeldes vor der WM 2030 geprüft und diskutiert werden soll. Beschlossen ist die Erweiterung allerdings noch nicht.

Gleichzeitig dürfte die CONCACAF einen Abgang Mexikos mit allen verfügbaren Mitteln verhindern wollen. Del Palacio bezeichnete das Land aufgrund seiner sportlichen und wirtschaftlichen Bedeutung sinngemäß als die „Gans, die goldene Eier legt“. Infantino soll nach Darstellung des Journalisten dennoch glauben, den Widerstand überwinden zu können.

FIFA müsste Verbandswechsel genehmigen

Allein zwischen Mexiko und der CONMEBOL könnte ein solcher Wechsel nicht vereinbart werden. Die FIFA kann einem Verband nur unter außergewöhnlichen Umständen die Mitgliedschaft in einer Konföderation erlauben, zu deren geografischem Gebiet er nicht gehört. Dabei müsste auch die Haltung der CONCACAF eingeholt werden.

Ob die mexikanische Unterstützung für Infantino tatsächlich mit einem möglichen Verbandswechsel zusammenhängt, bleibt daher vorerst offen. Die Aussagen Del Palacios liefern jedoch erstmals eine konkrete Theorie dafür, weshalb sich die FMF im Machtkampf um die FIFA-Spitze gegen den eigenen Kontinentalverband gestellt hat.

Dass Infantino derweil kreativ werden kann, wenn es darum geht die errungene Macht zu erhalten, zeigten jedenfalls die zuletzt aufkommende Berichte darüber, dass der Chef der FIFA den Marokkanern das WM-Finale 2030 für ihre Unterstützung angeboten haben soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert