Abgekartetes Spiel? Die Zurückweisung des somalischen Schiedsrichters wirft Fragen auf

Bild: Carl Recine/Getty Images
Die USA verweigern Schiedsrichter Omar Artan die Einreise. Es gilt, Fragen zu diesem Skandal zu klären.
Die WM 2026 hat noch nicht begonnen, aber es gibt bereits die ersten Skandale. Einer davon betrifft das Einreiseverbot für den Schiedsrichter Omar Artan in die USA. Afrikas bester Schiedsrichter ist über den Umweg Türkei wieder in seine Heimat Somalia zurückgekehrt. Zunächst eine Zusammenfassung dessen, was bisher bekannt ist:
Die FIFA nominierte vor wenigen Wochen Artan als einen von 52 Schiedsrichtern für die WM 2026. Artan reiste mit allen erforderlichen Unterlagen in die USA ein. Am Flughafen Miami wurde er etwa elf Stunden lang befragt. Themen waren unter anderem seine Tätigkeit als Schiedsrichter, aber auch sehr detailliert die politischen Verhältnisse in Somalia.
Artan gibt Interview
Am Ende verweigerte die US-Behörde Artan die Einreise, ohne ihm einen genauen Grund zu nennen. Der 34-Jährige musste wieder abreisen. Artan gab im Anschluss ein Interview, in dem er seinem Frust freien Lauf ließ.
Die FIFA betonte, mit dem Einreiseverfahren nichts zu tun zu haben beziehungsweise nicht dafür zuständig zu sein. Später berichteten Nachrichtenagenturen, die US-Behörde sei sich sicher, dass Artan Kontakte zu terroristischen Organisationen habe. Das Vorgehen wirft naheliegende Fragen auf:
Die Schiedsrichterliste war den USA bereits mehrere Wochen bekannt. Warum haben die USA sich nicht schon vorher über die Schiedsrichter informiert und ihre Erkenntnisse in den Datenbanken der Geheimdienste der FIFA mitgeteilt?
Trump kann Versprechen nicht halten
Außerdem: Artan wurde etwa elf Stunden lang von Beamten befragt, die sich gut mit den instabilen politischen Verhältnissen in Somalia auskennen. Ist es wirklich Zufall, dass ein Experte für somalische Politik sich genau am Einreisetag von Artan am Flughafen Miami aufhielt?
US-Präsident Donald Trump hatte der FIFA einen reibungslosen Ablauf der WM 2026 versprochen. Schon jetzt ist offensichtlich: Trump kann dieses Versprechen nicht einhalten. Die FIFA muss sich daher hinterfragen, ob es wirklich eine gute Strategie war, in den vergangenen Monaten die Regierung Trump mit Lob zu überhäufen – Stichwort FIFA-Friedenspreis – in der Hoffnung, Trump würde dieses Vertrauen erwidern.