Traum zerstört: Abgelehnter WM-Schiedsrichter berichtet von Elf-Stunden-Verhör

Bild: Leonardo Fernandez/Getty Images
Omar Artan spricht über seine Enttäuschung, nachdem die US-Behörden dem Schiedsrichter die Einreise verweigert haben.
Der somalische Schiedsrichter Omar Artan darf nicht bei der WM 2026 Spiele leiten, weil ihm die US-Behörden die Einreise verweigert haben. Nun hat Artan, der sich derzeit in Istanbul aufhält, ein erstes Interview nach dem Skandal gegeben.
„Ich hatte alle Dokumente dabei, sie waren alle gültig“, betonte Artan gegenüber der New York Times. Der 34-Jährige war einer von sieben aus Afrika für die WM nominierten Schiedsrichter, zudem wäre er der erste Unparteiische aus Somalia gewesen, der ein WM-Spiel leitet. Trotz aller politischen Schwierigkeiten in seinem Heimatland wollte Artan den Somaliern zeigen, dass man viel erreichen kann, wenn man nur daran glaubt.
Nun ist aber sein Traum geplatzt. „Ich bin sehr, sehr enttäuscht“, sagte Artan und betonte: „Ich bin einfach nur ein Schiedsrichter, der sich den größten Traum seines Lebens erfüllen wollte.“
Artan hatte Grenzbeamten in Miami alles vorgelegt, Ausweis, Visa, selbst Dokumente der FIFA. Die Beamten sahen ihn sogar im Internet, wie er seiner Tätigkeit als Schiedsrichter nachging. Es reichte dennoch nicht. Schon ein Skandal für sich: Die Befragung dauerte laut Artan elf Stunden! Und noch schlimmer: Die Behörden nannten ihm keinen Grund für die Ablehnung. Die Behörden betonen wiederum, dass sie nicht zu einer detaillierten Stellungnahme verpflichtet sind.
Insgesamt bleiben noch viele Fragen offen. Beispielsweise, warum die FIFA dann Artan nicht für WM-Spiele nach Mexiko oder Kanada verlegt hat.