Doch nicht Rudi! Völler war für WM-Aus 1994 ausschlaggebend

Bild: Lutz Bongarts/Bongarts/Getty Images
Rudi Völler war als Spieler extrem erfolgreich. Doch bei der WM 1994 unterlief ihm ein schwerer Fehler, wie jetzt herauskommt.
Die Weltmeisterschaft findet nach 1994 erneut in den USA statt. An das Turnier vor 32 Jahren erinnert nun eine eindrucksvolle Doku des NDR. Darin werden die chaotischen Zustände der deutschen Mannschaft in den USA aufgearbeitet. Am Ende stand folgerichtig das Aus im Viertelfinale gegen Bulgarien. Damit hatte damals jedoch niemand in Deutschland gerechnet!
Bulgaren waren überzeugt von Sieg gegen DFB-Team
Bei den Bulgaren sah dies ganz anders aus. Mehrere Spieler tippten sogar schon vor der Partie auf einen 2:1-Sieg gegen Deutschland. Superstar Hristo Stoichkov, damals Spielmacher des FC Barcelona, war der Anführer der Bulgaren und glaubte stets an den Erfolg. Stoichkov gab dann auch die Initialzündung, um Titelverteidiger Deutschland aus dem Turnier zu werfen.
Die siegessicheren Deutschen führten mit 1:0, als Stoichkov vor der Strafraumgrenze einen Freistoß herausholte. Diesen schlenzte er über die deutsche Mauer und markierte das 1:1. Das DFB-Team verfiel in eine Starre und kassierte kurze Zeit später das 1:2. In der Öffentlichkeit galt besonders Torwart Bodo Illgner als Schuldiger, der bei beiden Gegentoren schlecht aussah.
In der NDR-Doku verriet Stoichkov jedoch noch einen anderen Schwachpunkt: Rudi Völler! Damals Stürmer, heute DFB-Sportdirektor. „Als ich die Mauer sah, war ich überrascht“, erklärte Stoichkov und führte aus: „Matthäus stand außen, daneben Klinsmann und dann Völler. Ich wusste, dass Klinsmann am höchsten springt. Deshalb war meine Idee, den Ball zwischen Klinsmann und Völler zu spielen. Ich wusste, wenn das klappt, wird es ein Tor.“
Stoichkov weiter: „Ich habe bei den vorherigen Spielen der deutschen Mannschaft immer genau die Mauer beobachtet und wusste, wer wie springt. Als sie hochsprangen, wusste ich, wer am schnellsten wieder herunterkommt – und das war Rudi Völler. Er landete schneller am Boden – und genau an dieser Stelle ging der Ball durch.“ Zugespitzt gesagt: Weil das Stehvermögen von Rudi Völler in der Luft nicht weltmeisterlich war, schied Deutschland aus dem Turnier aus.