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Viele Fouls, wenig Zugriff: Gladbachs Aggressivität hat einen Haken

Bild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Borussia führt die Liga bei Fouls und Gelben Karten an. Für Alexander Blessins Spielidee ist das allerdings ein Problem, trotz des jüngsten Aufschwungs.

Borussia Mönchengladbach wehrt sich wieder. Die Siege gegen Stuttgart und Karlsruhe haben Hoffnung geweckt. Doch die Foul- und Kartenstatistik zeigt, dass zwischen hohem Einsatz und wirksamer Arbeit gegen den Ball weiterhin ein Unterschied besteht.

Härte allein bringt keine Kontrolle

Nach einer Auswertung der Rheinischen Post, aufgreift, beging Borussia an den ersten sieben Bundesliga-Spieltagen 101 Fouls und kassierte 21 Gelbe Karten. Beide Werte sind Ligahöchstwerte. Gleichzeitig stehen lediglich 617 gewonnene Zweikämpfe zu Buche, die wenigsten aller Bundesligisten. Das ergibt ein widersprüchliches Bild: Gladbach sucht die Auseinandersetzung, gewinnt dadurch aber noch nicht zuverlässig Zugriff auf den Gegner.

Die Gesamtzahl gewonnener Duelle erklärt allein nicht, weshalb Zweikämpfe verloren gehen. Zusammen mit den vielen Fouls wirft sie jedoch die Frage nach Timing und Abstimmung auf. Wer den Gegner regelwidrig stoppt, verhindert möglicherweise einen Angriff. Den Ball gewinnt er damit zunächst nicht.

Fouls nehmen dem Pressing die Wirkung

Genau hier setzt Blessins Kritik an. „Wenn wir über Pressing spielen, bricht durch Fouls immer das Pressing ab“, erklärte der Trainer. Ein Pfiff verschafft dem Gegner eine Unterbrechung, in der er sich neu ordnen kann. Gladbach muss seinen Druck anschließend erneut aufbauen.

Blessins Forderung nach Intensität bedeutet deshalb nicht, möglichst häufig hart einzusteigen. Wie der WDR berichtet, will er den Aufschwung weiter auf konsequente gemeinsame Arbeit stützen. Dafür braucht Borussia saubere Zweikämpfe und abgestimmtes Anlaufen. Die nächste Entwicklungsstufe wäre, den Gegner dauerhaft unter Druck zu setzen, ohne ihm durch unnötige Fouls immer wieder Luft zu verschaffen.

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