„Kein Klub wird so kritisch gesehen“: Cramer spricht den Druck beim BVB an

Bild: Christof Koepsel/Getty Images
Dortmund reist punktgleich mit Bayern zum Klassiker. Carsten Cramer sieht die Bewertung des BVB kritisch und verweist auf ungleiche Voraussetzungen.
Vor dem direkten Duell mit dem FC Bayern hat BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer die hohen Erwartungen an Borussia Dortmund angesprochen. Sportlich liegen beide Mannschaften nach sieben Spieltagen gleichauf. Für Cramer bildet der Tabellenstand die unterschiedlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten allerdings nicht ab. Der BVB wolle näher an die Münchner heranrücken, müsse dabei aber seine finanziellen Grenzen berücksichtigen.
Cramer sieht den BVB besonders kritisch bewertet
„Wir merken nur auch, dass die Erwartungshaltung an uns unfassbar hoch ist, insbesondere im eigenen Umfeld. Kein Klub wird so kritisch gesehen wie wir“, sagte Cramer im Interview mit der Sport Bild, aus dem Transfermarkt zitiert. Dass Dortmund regelmäßig als möglicher Bayern-Herausforderer genannt werde, betrachtet er zugleich als erarbeitete Stellung. Den Anspruch, besser zu werden, stellt er deshalb nicht infrage. „Wir wollen besser werden, wir wollen näher heranrücken. Aber man muss die Voraussetzungen zwischendurch einordnen.“
Sportgeschäftsführer Lars Ricken setzt angesichts des finanziellen Rückstands auf Verbesserungen im Detail. Dazu zählt er die Rasenpflege ebenso wie Verstärkungen im athletischen Bereich und im Analyse-Team. „Die Bayern sind uns finanziell enteilt. Und trotzdem werden wir nicht schon vor einer Saison kapitulieren“, betonte Ricken. Der wirtschaftliche Abstand soll den sportlichen Ehrgeiz der Dortmunder demnach nicht begrenzen.
Für die Aufholjagd schließt Cramer jedoch unverhältnismäßige finanzielle Risiken aus. „Wir machen hier kein Harakiri, um ein Überholmanöver auf den FC Bayern zu starten“, stellte er klar. Bei Bedarf seien Wintertransfers dennoch möglich, der Verein sei wirtschaftlich im Plan und handlungsfähig. Zusätzliche Ausgaben bleiben damit eine Option, einen bedingungslosen Angriff auf die Münchner kündigt die BVB-Führung aber nicht an.