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Klopps Kritik an Kompany hilft dem FC Bayern mehr, als sie schadet

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

In München herrscht große Aufregung, da Bundestrainer Jürgen Klopp die Taktik des FC Bayern hinterfragt hat. Die Diskussion kann dem deutschen Rekordmeister jedoch weiterhelfen.

Bundestrainer Jürgen Klopp zeigte sich als TV-Experte einmal mehr gewohnt ehrlich und authentisch. Bei DAZN sagte er zur Halbzeit des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern und Arsenal (2:2): „Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht. Und ich will mich einfach weiterbilden. Mal ist es hybrid, dann Mann gegen Mann, dann wieder nicht gegen den Mann. Ich bin immer noch Lernender.“

Klopp: „Warum ist kein Druck auf dem Ball?“

Auch beim 1:0 für Arsenal sah er defensive Schwächen beim FC Bayern: „Beim Gegentor: Klar, einer hebt das Abseits auf. Aber warum ist kein Druck auf dem Ball? Das fehlt mir da!“ Anschließend ging Klopp sogar auf Stürmer Harry Kane ein: „Es hieß: Harry Kane ist heute überall. Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball… Wenn ich Harry Kane in der letzten Linie sehe, und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeld-Pressing – das ist für mich einfach… Und noch mal, ich bin nicht der Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen. Aber abschließend dahintergestiegen bin ich auch nicht!“

Nach der Partie wurde Trainer Vincent Kompany auf die Aussagen von Klopp angesprochen. Der Bayern-Coach wollte zunächst keine Antwort geben, ergänzte später jedoch: „Was Harry sehr gut macht – ich habe gegen ihn ja ganz oft verteidigt: Er ist manchmal da oder eben nicht, aber er kommt auf jeden Fall.“ Kane sei „überall und ein Spieler, der unglaublich oft die richtigen Entscheidungen trifft“, betonte Kompany.

Kane räumt Probleme ein

Kane selbst räumte taktische Schwierigkeiten gegen Arsenal ein: „Normalerweise ist es recht klar, wen wir pressen. Aber es hat uns ein bisschen verwirrt, wie sie sich bewegt haben.“ So habe sich der FC Bayern zeitweise tiefer fallen lassen als gewollt. Kane versicherte: „Das ist definitiv etwas, das ich und die Mannschaft verbessern können.“

Nun ist im Nachgang die Aufregung um Jürgen Klopp groß. Diplomatisch ist es ein Tabu, einen Kollegen im Vereinsfußball in dieser Form öffentlich zu kritisieren, selbst wenn es von Klopp vielleicht gar nicht als Kritik gemeint war.

Allerdings gibt es auch positive Seiten an dieser Analyse: Der seit über einem Jahr als sakrosankt geltende Vincent Kompany wurde nun erstmals von einer absoluten Persönlichkeit des Fußballs sportlich hinterfragt. Niemand kann die Einordnung mehr als bloße Meinung eines bezahlten TV-Experten wie Dietmar Hamann oder Lothar Matthäus abtun.

Denn Fakt ist, dass der FC Bayern unter Vincent Kompany in der vergangenen Saison und in der aktuellen Spielzeit zu viele Gegentreffer hinnehmen muss. Das wiederum gefährdet die Ambitionen auf den Champions-League-Titel. Vielleicht hilft Klopps Analyse dem FC Bayern somit intern dabei, kritisch zu hinterfragen, ob man mit diesem Defensivverhalten wirklich die ganz großen Trophäen gewinnen kann.

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