Bayern-Tor aberkannt: DFB erklärt umstrittene VAR-Entscheidung

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Beim Remis in Augsburg wurden dem FC Bayern gleich vier Tore aberkannt. Bei einem davon hat sich nun der DFB zu Wort gemeldet.
Drei der vier zurückgenommenen Treffer des FC Bayern München beim 2:2 in Augsburg waren laut kicker unstrittig. Für Diskussionen sorgte vor allem das Tor von Luis Díaz in der 51. Minute.
Nach einer Flanke von Ismael Saibari hatte Díaz per Seitfallzieher getroffen, der Ball rutschte FCA-Keeper Finn Dahmen durch die Hände. Nach einem mehrminütigen VAR-Check nahm Schiedsrichter Sven Jablonski den Treffer jedoch zurück.
Abseits vor der eigentlichen Szene
Der Grund lag in der Vorgeschichte: Bei einer vorangegangenen Freistoßflanke von Joshua Kimmich stand Josip Stanišić hauchdünn im Abseits, als er köpfte. Augsburgs Han-Noah Massengo klärte daraufhin nur unzureichend, Sekunden später fiel das Tor.
Entscheidend war die Frage, ob durch Massengos Abwehraktion eine neue Spielsituation entstanden war. Laut Alex Feuerherdt, Kommunikationschef der DFB Schiedsrichter GmbH, wägt der VAR dabei ab, wie kontrolliert der Verteidiger klären konnte und ab wann ein neuer Angriff beginnt.
Kritik an der Entscheidung
In diesem Fall sei der Ball nicht weit genug weg gewesen, um von einer neuen Situation zu sprechen, erklärte Feuerherdt dem kicker. Für die Gegenposition zeigte er allerdings Verständnis.
Ex-Schiedsrichter Patrick Ittrich sah bei Sky sehr wohl eine neue Spielsituation. Vermeidbar wäre die Diskussion ohnehin gewesen, hätte Assistent Eduard Beitinger das Abseits sofort erkannt.
Am Ergebnis änderte das zumindest zunächst wenig, denn nur eine Minute später traf Saibari doch zum 1:1. Ein Ausgleich, der ohne die VAR-Entscheidung laut kicker so wohl nicht gefallen wäre.