Kahn über Wirtz: „Persönlichkeit entwickle ich durch Widerstände“

Bild: Alex Grimm/Getty Images
Oliver Kahn sieht in Florian Wirtz‘ schwieriger Phase vor allem eine Chance beim DFB. Er fordert vom Spieler nicht den leichten Weg zu gehen.
Oliver Kahn sprach bei RTL über Florian Wirtz und dessen Rolle im DFB-Team unter Bundestrainer Jürgen Klopp. Wirtz kommt in seiner zweiten Saison bei Liverpool weiter nicht richtig in Fahrt, in der Nationalmannschaft übernahm er beim 2:0 gegen Serbien in der zweiten Halbzeit die Kapitänsbinde von Serge Gnabry.
Nationaltrainer ist nicht Vereinstrainer
Gefragt wurde Kahn, ob Klopp Wirtz in den kurzen Zeiträumen mit der Nationalmannschaft wieder auf das Leverkusener Niveau bringen kann. Kahn relativierte: „Das ist schon ein großer Unterschied, ob ich jetzt Nationaltrainer oder Vereinstrainer bin.“ Klopp führe aber auch außerhalb der Lehrgänge Gespräche, „so wie ich das jetzt mitbekomme“.
„Natürlich ist das wichtig für so einen Spieler wie Florian Wirtz“, sagte Kahn. Dass Wirtz die Kapitänsbinde erhält, hält er für absolut richtig.
Die Krise als Chance
Für Kahn steckt in Wirtz‘ Lage vor allem eine Gelegenheit. Der Offensivspieler habe in seiner Karriere schon viel Kritik und viele Widerstände erlebt. „Und wir sprechen immer von Persönlichkeit. Wie entwickle ich Persönlichkeit? Persönlichkeit entwickle ich durch Widerstände. Und er ist jetzt genau in so einer Situation.“
Ob Wirtz taktisch zu Liverpool passe, könne man laut Kahn „immer wieder diskutieren“. Entscheidend sei etwas anderes: „Aber das ist jetzt genau eine Möglichkeit für ihn, wirklich zu wachsen und wirklich Persönlichkeit zu werden.“
Kahn warnt vor dem Klubwechsel
Einen schnellen Wechsel hält Kahn für den falschen Weg. Wirtz solle nicht sagen: „Jetzt gehe ich den Weg des geringsten Widerstands und suche mir einen neuen Klub.“
Für ihn zählt das Durchhalten. „Nein, sich da jetzt durchzusetzen, in diesem Umfeld durchzusetzen, diese Widerstände durchzugehen, das ist genau das, was uns dann irgendwann fehlt. Solche Typen, die sowas durchgestanden haben. Und das sind dann Persönlichkeiten, die dann zur Nationalmannschaft kommen, und das spüren auch die anderen.“